Größer könnten die Blamage und der Imageverlust nicht sein. Die Stadt investiert rund 50 Millionen Euro in eine moderne Arena und lässt dann eine baufällige, gesperrte Tribüne stehen.

Das ist wie für viel Geld das Wohnzimmer zu sanieren und dann die alte, zerschlissene und durchgesessene Couch stehen zu lassen und ein Benutzen verboten Schild aufzustellen. Mit der Begründung, später sanieren zu können, wird Inkompetenz als praktische Lösung verkauft. Die Situation scheint so verfahren, dass Oberbürgermeister Bausewein mit dem Rücken zur Wand steht. Ihm und der zuständigen Beigeordneten Hoyer ist das Projekt längst aus den Händen geglitten. Konsequenzen bei Projektleitung und Steuerung sind längst überfällig.

Einmal mehr wurden hier entweder bewusst oder grob Fahrlässig die Erfurter und der Stadtrat an der Nase herum geführt. Schon im Dezember 2016 haben die Freien Wähler auf das Risiko einer pauschalen Auftragsvergabe, ohne Ausschreibung hingewiesen. Innerhalb eines Jahres haben sich die kosten für die Sanierung der Westtribüne mehr als verzehnfacht. Im April 2016 wurden die Kosten, auf Anfrage der Fraktion, auf rund 400.000 Euro geschätzt. Ein Jahr später liegen sie bei über 5 Millionen.

Weiterhin sind wir gespannt, wie der Oberbürgermeister den Erfurter Schülern, ihren Eltern und Sportvereinen verkaufen will, dass 50 Millionen für einen Prachtbau ausgegeben wurden aber am Ende das Geld fehlt um Schülern und Freizeitsportlern optimale Bedingungen zu bieten. Zumal diese Lösung der Stadt am meisten schadet. Die Einnahmen aus dem Schulsport, von der Stadt bezahlt, sind die Höchsten der Arena GmbH – nun mit der schlechtesten Gegenleistung.

Daniel Stassny