Zur morgigen Stadtratssitzung steht eine Vorlage auf der Tagesordnung, die bereits seit vielen Jahren kontrovers diskutiert wird. Auf den Feldern rund um Urbich, entlang der Straße „Am Herrenberg“, plant die Stadtverwaltung die Entwicklung eines Technologie- und Gewerbeparks.

An sich eine gute Sache aber: die Flächen, welche hier versiegelt werden sollen, zählen zu den besten Ackerböden Deutschlands. Auf einer Bewertungsskala die bis 100 geht, erreichen diese Böden einen Wert von 98. In Zeiten zunehmender Versorgungsschwierigkeiten weltweit durch Dürren, Bevölkerungswachstum und Versieglung von Ackerflächen aber auch vor dem Hintergrund der geführten Klimadiskussionen, weitere lokale Anbaugebiete mit besten Bodenwerten zu vernichten widerspricht jeglicher Vernunft und vor allem dem Regionalitätsgedanken beim Anbau von Lebensmitteln. Ebenso nicht tragbar ist die Tatsache, dass die letzte Frischluftschneise in diesem Teil der Stadt verbaut wird und die BürgerInnen von Urbich zusätzlichen Lärm- und Abgasbelastungen ausgesetzt werden, zumal zu befürchten bleibt, dass die Flächen einzig der Logistikbranche zufallen.

Hier will die Stadtverwaltung Ideen- und Konzeptlosigkeit bei der Entwicklung von Gewerbeparks abseits der schlecht bezahlten Logistikbranche auf Kosten wertvoller Böden und zu Lasten der BürgerInnen in Urbich und der ganzen Stadt übertuschen. Und das obwohl noch nicht eine einzige Anfrage oder Ansiedlungsbekundung für den Technologiepark vorliegt. Auch die Fragen weshalb nicht erstmal die freien Flächen im Gewerbepark gegenüber genutzt werden bzw. Brachflächen entwickelt werden blieben bisher unbeantwortet.

Deshalb sagen wir nein. #klugestadtpolitikgehtanders

Daniel Stassny