Mit der Stromkuh zum Hotdog-Essen?

So zumindest will es die Erfurter FDP. Mit einem Antrag für den Stadtrat in der kommenden Woche, fordert sie eine Verlängerung der Straßenbahnlinie von Bindersleben bis zu IKEA. Das sind 1,6 km (3,2 in beide Richtungen) quer übers Feld für 2,10 Euro, um sich einen Hotdog für 1 Euro zu kaufen. Hin und zurück sind das insgesamt 5,20 –  da bekommt man schon fast was Gesundes zum Essen. Fragwürdige Idee. Deshalb denken die Kollegen der FDP auch weiter. Sie träumen von zahlreichen Kunden, die Billy, Hemnes und Besta statt mit dem Auto oder einem Transporter ganz einfach mit der Stadtbahn nach Hause bringen. Auch wünscht man sich einen Park and Ride Parkplatz, am liebsten auf dem schon existierenden Parkplatz von IKEA. Dort können dann alle Besucher der Stadt parken und in die Straba umsteigen. Den könnte das Möbelhaus ja der Stadt zur Verfügung stellen. An sich eine gute Idee. IKEA sagt dazu? Geht nicht! Die Parkplatzauslastung ist am Limit, das Möbelhaus würde selbst gern zusätzliche Parkflächen schaffen. Woran das scheitert? IKEA gehören keine weiteren Flächen. Einen P und R Parkplatz wird es also nicht geben. Außerdem befürchte ich, dass sich die Zahl derer, die ihre Möbel mit der Bahn heimbuckeln arg in Grenzen halten wird – kluge Verkehrspolitik geht anders.

Eines ist sicher, zum Weissagen taugt der OB nur bedingt

Alle Jahre wieder lädt der Erfurter Oberbürgermeister zum Neujahrsempfang. Bei Sekt und Brezeln gilt dann für 90 Minuten Sehen und Gesehenwerden. Auch gehört dazu, in gleich zwei Ansprachen des OB und einem zusätzlichen Film auf das vergangene Jahr zurück zu blicken und in die Zukunft zu schauen. Hierbei ist der Erfurter OB nicht gerade als Erfurter Pendant zum Orakel von Delphi bekannt. Allzu oft lag er mit seinen überaus optimistischen Prognosen weit von den tatsächlichen Geschehnissen entfernt. Für den Ausblick auf das anlaufende Jahr hoffe ich allerdings, dass er eine maximale Zielgenauigkeit an den Tag legt. Prognostiziert er doch mit dem Zitat „Mächtig gewaltig. Egon!“ ein Jahr voller Highlights und großer Ereignisse, welche zur Einstimmung auf das BUGA-Jahr die Euphorie ins unendliche steigern sollen. Bleiben wir gespannt. Die Stadt und die BUGA 2021 haben es verdient.

Wer parken will muss leiden.

Um die positive Stimmung so richtig am Kochen zu halten, erhöht der OB gleich mal die Parkgebühren. Saftig von 1,50 Euro pro Stunde auf 2 Euro. Die Tageskarte bleibt vorerst stabil bei 10 Euro. Als Begründung trägt die Stadt Umweltaspekte vor. Gerade Einpendler sollen durch die höheren Gebühren zum Parken auf P und R Plätzen und zur Nutzung des ÖPNV bewegt werden. Lieber Oberbürgermeister, dies ist ein großartiger Ansatz, nur sollten sie dann, statt des Stundentarifs, die Tagesgebühr merklich anheben. Einpendler rennen in der Regel nicht stündlich zum Nachlösen an den Automaten. Ich bin mir nicht ganz sicher aber dem Vorwurf, dass durch die Erhöhung das ein oder andere Geldstückchen zusätzlich im Stadtsäckel landen soll, kann ich mich nicht verwahren.      

Und ich so?

Ich freu mich. Zum einen, weil ich Montag und Dienstag frei hatte und somit eine extrem kurze Woche hinter mir liegt und zum anderen, weil sich das Sprichwort „was lange währt, wird gut“ mal wieder bewahrheitet. Vor 4 Jahren hatten wir einen Antrag im Stadtrat eingereicht, welcher die Einrichtung eines Online-Meldeforums für Bürger vorsah. Hexenzeug. Ihr solltet euch nicht mehr durch Telefonlisten und Zuständigkeiten wühlen müssen, wenn ihr einen Missstand melden wollt, sondern einfach per App mitteilen wo zum Beispiel Müll rumliegt, Büsche wuchern oder Schlaglöcher den Weg versperren. Die Antwort der Stadtverwaltung? Klar – das geht nicht. Zu teuer, zu aufwendig, zu wenig Personal, keine Ahnung. Das waren die gängigen Begründungen. Warum ich mich trotzdem freue? Weil der OB auf der, weiter vorne erwähnten, Jahresanfangssause, eben jenes Online-Meldeforum für dieses Jahr ankündigte. Klasse. Die von ihm angebrachte Begründung gleicht so ziemlich meiner von damals aber… da ist er bestimmt ganz alleine drauf gekommen.

Ansonsten waren die drei Tage sehr zahlenlastig, nächste Woche steht u.a. der städtische Nachtragshaushalt auf der Tagesordnung des Stadtrates. Dazu nächste Woche mehr.

Habt ein schönes Wochenende.

Rot-Weißer Abschluss Traurig was da passiert. Traurig für die vielen Fans des Vereins, für Sportbegeisterte, die Arena und letztendlich auch für die Stadt. Traurig ist aber auch, dass alles genau so zu erwarten war. Traurig, dass wir schon seit Jahren dieses Szenario prognostiziert haben, weil es hausgemacht und absehbar war. Traurig, dass wir dafür auf schlimmste beschimpft worden. Traurig, dass gerade die Stadtspitze immer wieder lächelnd über alle Probleme hinweggeschaut hat. Und traurig, dass sich da auch der Orakelkreis schließt. Die Geschichte der Arena und speziell vom RWE ist nun definitiv anders verlaufen als vom OB vorausgesagt.